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Mittwoch, 22 Mai 2019
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März – der TH-VU Monat

Zu aller erst werden Sie sich bestimmt fragen, was dieses TH-VU bedeutet. Kurz und knapp erklärt hat die Feuerwehr Linden sich im März mit dem Thema Technische Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen befasst.

Der erste Unterricht des Monats bestand aus einer theoretischen Ausbildung, präsentiert von Patrick Mus und Sebastian Maid. Hier standen besonders die Einsatzgrundsätze bei einem Verkehrsunfall im Vordergrund: Wie sperrt die Feuerwehr ab, wie hat der Einheitsführer die Fahrzeuge zu erkunden, worauf ist zu achten, wenn man mit Schere und Spreizer vorgeht, uvm.

Der zweite Block wurde praktisch auf dem Hof der Feuerwehr durchgeführt. Der Schwerpunkt der Ausbildung lag bei der Stabilisierung von Fahrzeugen in verschieden Lagen. Mittels des „Stabfast"-Systems übten wir das Sichern eines Fahrzeuges in Seitenlage gegen Umfallen auf das Dach. Auch das Unterbauen des Fahrzeuges mit Rüstholz wurde geübt.

Ein weiteres Highlight war der dritte Teil: ein Seminar der Firma Weber. Durch eine Fachkraft der Firma Weber wurden uns in einem großen Theorieteil nochmals die Einsatzgrundsätze, zusätzliche Informationen, Denkweisen und Vorgehen bei einem Verkehrsunfall vermittelt. Anschließend trafen wir uns in der Halle, wo Fahrzeuge in Dachlage, Seitenlage und auf den Reifen bereitstanden. Kurze Einweisungen folgten und daraufhin musste jede Gruppe eigenständig vorgehen und Maßnahmen treffen, wie z.B. das Fahrzeug gegen Wegrollen oder Absacken sichern, eine Versorgungsöffnung für die eingeklemmte Person und letztendlich eine Befreiungsöffnung schaffen, damit die Person aus dem Fahrzeug gerettet werden kann. Hierbei waren sich alle Teilnehmer einig, neue Dinge erlernt bzw. alt bekanntes erweitert zu haben.

Das wirklich große Highlight für Jedermann war die abschließende Einsatzübung. Vorher noch führte die Johanniter Unfallhilfe im Stützpunkt der Feuerwehr Großen-Linden eine theoretische Unterweisung für Verletzungsmuster bei Verkehrsunfällen durch, auch einige interessierte Feuerwehrangehörige nahmen daran teil. Nach der Präsentation konnte die Übung dann starten. Deutlich im Vordergrund stand die Zusammenarbeit der Feuerwehr mit dem Rettungsdienst. An der Einsatzstelle angekommen stellte sich ein Horrorszenario dar:. Ein PKW geriet auf das Feld und anschließend in Dachlage, ein weiterer kam ebenfalls von der Straße ab und geriet in eine Seitenlage, ein PKW wurde sogar zwischen Bäume geschleudert und ein vierter PKW krachte frontal in einen vorbeifahrenden Bagger. Feuerwehr und Rettungsdienst arbeiteten Hand in Hand um schnellstmöglich alle Verletzten zu versorgen und zu befreien. Die Verletzten wurden von der Mimengruppe aus Reiskirchen geschminkt und gespielt. So sah eine Fleischwunde wirklich aus wie echt und dass einer Person nicht wirklich der Daumen abgetrennt worden war, wurde auch nicht jedem sofort klar. Reale Bedingungen für den Ernstfall wurden täuschend echt nachgestellt. Fünfzig Minuten nach Eintreffen der ersten Kräfte hatten wir alle acht Verletzten versorgt und aus den Fahrzeugen gerettet, der Rettungsdienst hatte sie an einer Patientensammelstelle betreut und sie waren für den Transport in umliegende Kliniken vorbereitet. An der Einsatzstelle überzeugte sich neben einigen Zuschauern auch der Lindener Bürgermeister Jörg König von der Leistungsfähigkeit „seiner" Feuerwehr und dem erfolgreichen Abschluss des Ausbildungsblocks „TH-VU".

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